Saatgut aus der Region
Eine Blühwiese anzulegen, ist eine gute Entscheidung. Schließlich tun Sie dadurch nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern leisten einen Beitrag zum Erhalt unserer wichtigen Natur. Bevor Sie mit Ihrem Engagement loslegen, sollten Sie jedoch eine wichtige Entscheidung treffen. Entscheiden Sie sich für das richtige Saatgut. Wichtig bei der Auswahl ist nämlich in erster Linie die regionale Herkunft des Saatguts. Die Gründe dafür sind vielfältig. Saatgut, dass bei Ihnen aus der Gegend kommt, ist viel besser an die Verhältnisse wie Wind und Wetter angepasst. Die Zahlen sprechen Bände: Regionales Saatgut entwickelt bis zu 10 Prozent mehr Biomasse als die Saat fremder Herkunft. Dazu kommt noch der Domino-Effekt, den eine höhere Zahl an Blumen auf Flora und Fauna hat: Eine erhöhte Pollenproduktion sorgt für eine erhöhte Ausbreitung der Blumen Ihrer Blühwiese. Dadurch wird sie blühen, wachsen und gedeihen. Mehr Blumen bedeutet außerdem mehr Nektar für Bienen. Für den Mensch gibt es also mehr Honig.
Doch nicht nur profitieren Sie und Ihre Blühwiese von Saatgut aus Ihrer Heimat. Nein, die komplexen Nahrungsketten haben vielfältige Auswirkungen. Stellen Sie sich vor, was die lokalen Insekten dazu sagen würden, wenn ihre herkömmliche Nahrungsquelle durch fremdartige Pflanzen ersetzt würden. Die Insekten in Ihrer Heimat werden es Ihnen danken, wenn Sie die gewohnten Nahrungsquellen erhalten. Und was den Insekten zur Vermehrung dienlich ist, das nützt auch den Singvögeln, dem nächsten Glied in der Nahrungskette. Treffen Sie also diese wichtige Entscheidung bevor Sie mit der Aussaat beginnen. Entscheiden Sie sich für die Saat aus der Region. Regionales Saatgut hilft viel, wächst gut, blüht schön.
So gelingt die Aussaat
Den richtigen Moment für die Aussaat zu finden ist gar nicht so leicht. Typischerweise raten erfahrene Landwirte zu den Monaten März und April, den ersten Frühlingsmonaten. Angesichts der Inkonsistenz des Wetters in den letzten Jahren sind Prognosen in unserer heutigen Zeit jedoch äußerst schwierig zu treffen. Wenn im Februar die Sonne knallt wie im Frühsommer und im März kristallklarer Frost die Pflanzenwelt überzieht wie im tiefsten Winter, dann bleibt der Aussaat nur der April übrig. Tun Sie Ihren Pflanzen den Gefallen und warten Sie, bis die härteste Kälte vorbei ist. Tödlich können nämlich schon Temperaturen bis zu 10 Grad sein.
Worauf man bei einer Blühwiese achten sollte
Nicht zu unterschätzen ist die Arbeit, die Blühwiese von ungewolltem und ungeliebtem Unkraut zu befreien. Schließlich kann die Arbeit erst losgehen, wenn der Arbeitsplatz sauber ist. Ist das Unkraut entfernt, so kann das eigentliche Vorbereiten der Aussaat erledigt werden. Die Hersteller des Saatgutes empfehlen häufig, die Blühwiese „anzuwalzen“, damit ein gleichmäßiges Wachstum möglich ist. Dadurch werden Unebenheiten bereinigt und Höhenunterschiede überwunden. Nun können Sie das Saatgut auf ihrer vorbereiteten Blühwiese verstreuen. Doch seien Sie behutsam mit der Menge der Samenkörner und verstreuen Sie nicht mehr als zwei Gramm pro Quadratmeter. Andernfalls würde der Reichtum an Blumen so groß, dass die Wildbienenpopulation unverhältnismäßig stark zunähme und andere Insekten verdrängte. Das brächte ein wichtiges Naturgesetz ins Ungleichgewicht: die Biodiversität, die für Pflanze, Tier und Mensch von überaus großer Bedeutung ist. Die Biodiversität können Sie professionell wie ein erfahrener Landwirt unterstützen, indem Sie 40 bis 50 diverse Pflanzenarten einpflanzen. Ideal sind winterharte Blumen wie die Pfingstrose. Diese Pflanzen können mehrere Winter überleben.
Damit Ihr ehrenwertes Projekt von Erfolg gekrönt ist, sollten Sie unbedingt den PH-Wert des Beetes überprüfen. Häufig ist der Boden zu sauer oder zu alkalisch, was das Wachstum der Blühwiese stark hemmt. Achten Sie darauf, dass der PH-Wert sich zwischen 6 und 7 befindet, denn dann ist der Boden neutral und Ihre Blumen sind keinem Extrem ausgeliefert. Um aber auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie unbedingt die konkreten Vorgaben Ihres Saatgutherstellers beachten.
Wenn die Zeit für die Blühwiese fehlt
Sie wollen sich für Ihre Umwelt einsetzen, aber Ihr Terminkalender lässt Ihnen keine Chance? Schauen Sie sich unsere Projekte an und unterstützen Sie das Projekt Blühfläche. Bei uns können Sie ganz einfach online Blühpate werden. Oder spenden Sie für eines unserer anderen Vorhaben. Denn Engagement für unsere noch grüne Erde ist mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Schließlich braucht die Erde jeden Tropfen, den sie kriegen kann, um das drohende Feuer des Klimawandels zu löschen.